Herbstkonzert 2026 mit dem Paulus-Chor

„Wenn einer eine Reise tut“

Herzliche Einladung zu unserem Herbstkonzert 2026 mit Werken von Edward Elgar und Ludwig van Beethoven für Chor und Orchester! Wir freuen uns, Sie an einer Aufführung begrüssen zu dürfen.

  • Samstag, 26. September 2026, 19.15 Uhr, Pauluskirche (Vorverkauf)
  • Sonntag, 27. September 2026, 17.00 Uhr, Pauluskirche (Vorverkauf)

Das Programm

  • Felix Mendelssohn (1809–1847): Konzertouvertüre Die Hebriden
    op. 26 für  Orchester
  • Ludwig van Beethoven (1770–1827): Meeresstille und glückliche Fahrt
    op. 112 für Chor und Orchester
  • Fanny Hensel (1805-1847): Ouvertüre in C-Dur
  • Edward Elgar (1857–1934): From the Bavarian Highlands
    op. 27 für Chor und Orchester

Mitwirkende

Mehr zum Programm „Wenn einer eine Reise tut“

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was verzählen,
drum nehm ich meinen Stock und Hut und tät das Reisen wählen.

Das ist der Beginn von Urians Reise um die Welt von Mathias Claudius, die 1787 erschien. Die gereimten Reiseerlebnisse Urians, von den Eskimos über Mexico bis nach Java, sind eine Parodie auf die vielen Reiseberichte, die im späten 18. Jahrhundert veröffentlicht wurden.

Die Italienreise Goethes in den Jahren 1786/87 ist das vielleicht berühmteste Beispiel einer grossen Bildungsreise. Einzigartig war sie nicht, denn immerhin traf Goethe in Rom schon eine ganze Kolonie von Künstlern aus nördlichen Ländern an. Aber die Veröffentlichung der «Italienischen Reise» 1813 hatte zur Folge, dass für weitere Italienreisende vorformuliert war, was sich auf einer Reise erleben lässt.

Mit der Bildungsreise sollte der eigene Horizont erweitert werden. Gerade im Bereich der Kunst war man sich bewusst, dass man internationale Entwicklungen kennen musste und suchte deshalb den Kontakt mit den Künstlern in den Kulturmetropolen. 

Im 19 Jahrhundert kamen dann der Bädertourismus und die Sommerfrische dazu und dafür wurde eine spezifisch touristische Infrastruktur aufgebaut. Wir kennen die Hotelpaläste mit See- und Bergsicht. Und wir wissen auch, wie sehr die Reisenden das Authentische suchten: Landschaften, Fischerdörfer, unberührte Trümmerhaufen von griechischen Tempeln, Volksbräuche, religiöse Praktiken u.s.w. 

Das Bedürfnis der Reisenden, ihre Erlebnisse nach Hause zu berichten, wurde von der Tourismusindustrie schon bald kommerzialisiert. Was immer man besichtigen konnte, es gab dazu auch eine Ansichtskarte.  

Wir wählten die Musik unseres diesjährigen Herbstkonzertes nicht aus aufgrund der Idee, Musik von Reisenden zusammenzustellen. Dennoch: Es geht in dieser Musik sehr wohl um Reiseerlebnisse und dem Bedürfnis der Reisenden, den Daheimgebliebenen von den Reiseeindrücken zu erzählen. Es sind durchaus musikalische Ansichtskarten.

Mehr zu den Werken

Edward Elgar: From the Bavarian Highlands – Edward und Alice Elgar bereisten 1894 die berühmten Orte in Bayern, darunter vor allem Bayreuth und blieben dann für die Ferien in den Alpen. Dort begeisterten sie sich für Natur, Landschaft und die ländliche Volkskultur. Alice schrieb englische Gedichte, die auf bayrischen Volksliedern basierten, und Edward schrieb dazu die Musik. Es ist Musik, die aus der Gelegenheit entstand. Elgar kannte die grosse Nachfrage der englischen Laienchöre nach neuer Musik und den Geschmack des Publikums, er war ja selbst Chorleiter. Und Alice war lebenstüchtig genug, um zu sehen, dass sich damit ein Beitrag an die Reisekosten verdienen liess. Damit es sich auch wirklich um einen Reisebericht handelt, hat Alice jedem der 5 Stücke auch noch einen Ortsnamen gegeben. 

Felix Mendelssohn: Die Hebriden – Die Hebriden, eine Inselgruppe im Norden von Schottland, waren in ihrer Abgeschiedenheit und Rauheit und als Heimat sagenumwobener Figuren ein Sehnsuchtsort der Romantiker. Mendelssohn reiste 1829 als 20-jähriger mit seinem Reisebegleiter dorthin und war vorerst einfach froh, das Schiff verlassen und die Seekrankheit kurieren zu können. Am andern Tag schauten sie die Fingalshöhle an (benannt nach der Sagenfigur Fingal). Mendelssohn erstellte als begabter Zeichner eine Skizze davon und schrieb in einem Brief nach Hause das Thema des Musikstückes auf. Die darauf basierende Konzertouvertüre überarbeitete er mehrmals und änderte auch jedes Mal den Titel. Richard Wagner war von der Komposition beeindruckt und lobte Mendelssohn als erstklassigen Landschaftsmaler. 

Ludwig van Beethoven: Meeresstille und Glückliche Fahrt – J. W. Goethe schrieb die beiden Gedichte «Meeresstille» und «Glückliche Fahrt» in Erinnerung an eine Schiffsreise auf dem Mittelmeer, als sie auf dem ohne Wind nicht steuerbaren Schiff dahintrieben, und dann endlich vom aufkommenden Wind erlöst wurden. Beethoven hat das Meer nie gesehen. Er schrieb diese Komposition für Chor und grosses Orchester im Jahr 1814 während einer schweren persönlichen Krise, und als er schon beinahe vollständig taub war. In den Gedichten Goethes geht es um die Erfahrung und die Hoffnung, dass es gelingen kann, aus der lähmenden Stille in eine befreiende Bewegung zu finden. 

Lili Boulanger: D’un matin de printemps – Lili Boulanger wurde nur 24 Jahre alt. Sie war seit ihrer Kindheit kränklich und dann unheilbar krank, und sie wusste es. Im Frühling 1917 schrieb sie zwei Kammermusikstücke mit den Titeln „D’un soir triste“ und „D’un matin de printemps“, beide mit dem gleichen musikalischen Thema, das eine tieftraurig, das andere hoffnungsvoll. Beide Kompositionen schrieb sie in der Folge für Orchester um. „D’un matin de printemps“ vom Januar 1918 war die letzte Komposition, die sie selbst aufschreiben konnte. «Morgen» und «Frühling» sind beliebte Metaphern für einen neuen Aufbruch. Wir haben das Werk aber noch aus einem anderen Grund ins Programm aufgenommen: Der Paulus-Chor machte letztes Jahr ein Konzert allein mit Musik von Komponistinnen und wir möchten dieses Thema gerne weiter pflegen.

Eintrittspreise

Kategorie 1: CHF 45.- (Vorverkauf CHF 40)
Kategorie 2: CHF 35.- (Vorverkauf CHF 30)

Für die Anordnung der Kategorien vgl. den Saalplan der Pauluskirche. Kinder bis 16 Jahre kostenlos. Freie Platzwahl innerhalb der Kategorien. 50% Ermässigung mit der Legi an der Abendkasse. Diese öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.

Vorverkauf

Nutzen Sie unseren Vorverkauf und sichern Sie sich Ihre Tickets direkt bei unserem Ticketpartner Eventfrog. Sie profitieren von CHF 5 Ermässigung, wenn Sie den Vorverkauf benutzen.

Werbemittel

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Konzertort

Pauluskirche Zürich
Milchbuckstrasse 57
8057 Zürich

Tram 9 oder 10 bis Langmauerstrasse
Tram 7 oder 14 bis Guggachstrasse
Parkplätze im Parkhaus der Uni Irchel

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